Praxisbilder

Pränataldiagnostik

 

Nackentransparenz ("nuchal translucency""), NT-Messung

Die Abbildungen auf der rechten Seite zeigen eine sonographische Messung der Nackentransparenz (physiologische Flüssigkeitsanreicherung im fetalen Nacken) in der 11.-14 Schwangerschaftswoche.

Eine verdickte Nackentransparenz deutet hin auf ein erhöhtes Risiko für Trisomie 21, 18, 13 und verschiedene Fehlbildungen. Die zusätzliche Bestimmung von weiteren Parametern aus dem Blut wie PAPP-A (pregnancy associated plasma protein A) und freies ß-HCG aus dem mütterlichen Blut kann die Detektionsrate von chromosomalen Fehlbildungen erhöhen.

Eine sichere individuelle Voraussage hinsichtlich einer genetischen Fehlbildung ist jedoch damit nicht möglich - es handelt sich lediglich um eine statistische Aussage.



 

Amniozentese (AC), Fruchtwasserpunktion

Gegenüber der vorhergehenden Methode bietet die Amniozentese, bei der durch eine transabdominale Punktion unter ultrasonographischer Kontrolle etwa 15-20 ml Fruchtwasser aspiriert werden, eine sehr zuverlässige chromosomale Diagnostik. Das Ergebnis hinsichtlich Trisomie 21, 18, 13 kann durch FISH (Fluoreszenz in situ) Verfahren innerhalb 24 Stunden gewonnen werden. Das durch die Amniocentese bedingte Abortrisiko liegt allerdings etwa bei 1:250 - 300.

 

3D/4D-Sonographie für die Geburtshilfe

Die Versuche Ultraschallbilder in dreidimensionaler Form darzustellen reichen mehr als zwei Jahrzehnte zurück. Jedoch ermöglichte erst die enorme Rechenleistung moderner Computer die Volumendarstellung von Ultraschallbildern im Echtzeitformat wie sie heute klinische Anwendung findet.

Was kann die neue Ultraschalltechnologie?

Diese modernen Volumensonographiesysteme ermöglichen einerseits eine Oberflächendarstellung des Feten. Auf der anderen Seite gestatten sie die Kalkulation von Ultraschallbildern aus einem Volumenblock, die mittels konventioneller B-Bild Darstellung nicht zu gewinnen wären. Neueste Entwicklungen ermöglichen ferner die Darstellung des fetalen Gefäßbaums analog einer Angiographie und eine Volumenkalkulation sonographischer Befunde.

Neben der Echtzeitdarstellung hat auch die moderne Schallkopftechnologie zur Verbreitung der Methode in der Klinik beigetragen. 3D-Schallköpfe sind heute kaum schwerer als konventionelle Ultraschallsonden und bieten die aus der B-Bild Ultraschalltechnologie bekannte Bildqualität in allen Funktionsmodalitäten (B-Bild, gepulster Doppler und Farbdoppler).

Welche klinische Bedeutung hat diese Technologie?

Für die Eltern sind die eindrucksvollen plastischen 3D-Bilder vom Gesicht des ungeborenen Kindes von Bedeutung. Sie unterstützen die vorgeburtliche Eltern-Kind-Beziehung, da sie einen sehr lebensnahen Eindruck vom ungeborenen Kind geben. Die Darstellung von 3D-Bilder im Echtzeitformat, dem sogenannten 4D oder real-time 3D Ultraschall eröffnet die Möglichkeit zum Studium von komplexen fetalen Bewegungsverhalten. Neben den Arm- und Beinbewegungen ist auch der Gesichtsausdruck zu studieren. Besondere klinische Bedeutung hat die Echtzeitdarstellung von Volumendaten für die Analyse des fetalen Herzens. Auf diese Weise lässt sich ein räumlicher Eindruck der Herzanatomie am schlagenden Herzen gewinnen.