Praxisbilder

Operative Gynäkologie

Sentinel-Lymphonodektomie bei Brustkrebs

Die Brust besitzt ein Lymphdrainagesystem. Erste (Filter) - Station sind die Lymphknoten der Achselhöhle. Zellen aus einem Tumor in der Brust können sich auf diesem Weg in der Achselhöhle ansiedeln.

Geht man davon aus, dass es immer einen bestimmten Lymphknoten gibt, der als erster die Tumorzellen aus dem Brusttumor in der Achsel abfängt, genügt es eigentlich, lediglich diesen einen Knoten aus der Achselhöhle zu entnehmen und zu untersuchen um zu erfahren, ob der Brusttumor bereits in die Achsel gestreut hat. Ist dieser "Wächterlymphknoten" (manchmal sind es auch zwei oder drei) nicht mit Tumorzellen befallen, so geht man derzeit davon aus, dass es vertretbar ist, auf die Entfernung der übrigen Lymphknoten der Achsel zu verzichten. Dies vermindert das Risiko einer späteren Lymphabflussbehinderung aus dem Arm und zudem das Risiko einer Nerven- und Gefäßverletzung während der Operation.

Bei Befall des Wächterlymphknotens werden üblicherweise alle Lymphknoten aus der Achsel entfernt.

Gefunden wird der Wächterlymphknoten über eine radioaktive Substanz, welche zuvor von einem Nuklearmediziner in die Nähe des Tumors mit einer feinen Nadel injiziert wird. Eine Gammakamera ermöglicht die Lokalisation des sentinel node auf einem Bild. Nachfolgend wird mit einer steril eingepackten Strahlendetektor der Lymphknoten geortet, der die radioaktive Substanz gespeichert hat und "strahlt". Dieser Lymphknoten kann auf diesem Weg gezielt geortet, entnommen und zum Pathologen geschickt werden.